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DER
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Wisser, Daniel: |
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Geniale Unbeholfenheit macht sich der talentierte Daniel Wisser in der ersten Ausgabe seiner Zeitschrift "Der Pudel" zum System, [...] Expressionistisches in der Tradition von Jakob van Hoddis und Alfred von Lichtenstein wird bei Wisser originell abgewandelt: "der wind wirft alle dinge um / die gläser und die flaschen / er macht die meisten schilder krumm / und greift in manteltaschen." Wisser brilliert in seiner "Traumrolle / als abgelaufne Schaumrolle", genehmigt sich auch Banalitäten wie Erasmus/Orgasmus, der sich allerdings in einem rasanten musiklosen Rap findet, der mit der schönen Wendung endet: "doch find ich einen der mich liebt / und fümr mich sorgt und heirat er / mich dann auch noch dann nehm ich ihn / und wärs der harti weirather." Endlich ein wenig literarische Zuneigung für unsere Ex-Abfahrtsstars! Der Pudel: ein Fall zum Abonnieren. Martin Amanshauser in FALTER 40/00, S. 70 |
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Abgesehen von der latenten Sozialkritik, die in der Hinterfragung und Relativierung der Wörter
und Phrasen zu sehen ist, übt Wisser auch thematische Zeitkritik: überzeichnend führt
er die verdinglichende und sinnentfremdende Reizüberflutung vor Augen und ad absurdum, das
kommerzielle Angebot der Totalmachbarkeit und Totalerhältlichkeit aus der Versandhauswelt, dem
universellen Surfen, aus dem Fernglotzen und Massen-Weltumfliegen, die unverarbeitete Gegenwart und
Vergangenheit aller Länder zugleich, die in den Hirnen wie in einem durcheinandergefütterten
Bauch rumort. ("Übersetzung seiner / mittels Geograhpie" verspottete Benn vor zig Jahren
den gerade beginnenden "globalen" Trend.) Auch die Inflation der Kommerz- und Techno-Neologismen,
der Abkürzungsurwald, der schmerzlos grobe Slapstick der Werbung kommen nicht zu kurz. Und der
Esoterik-Rummel und der Star- und Sportlerkult und und und. aus dem Nachwort von Andreas Okopenko |