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DER
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Zweihundertzwei Zweizeiler |
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In der Rangordnung der westlichen Dichtkunst gilt der Zweizeiler als "arte povera": minimal in materieller Fülle, beschränkt an formaler Komplexität und semantisch immer am Sloganhaften vorbeischrammend. Dabei sind es gerade diese von hochkultureller Seite eingemahnten Defizite, die den Zweizeiler stark machen: der Mangel an materieller Fülle macht ihn mobil und allzeit einsetzbar, daher auch seine politische Verwandtschaft zum Schlachtruf; seine formale Einfachheit verleiht ihm eine basisdemokratische Nützlichkeitsästhetik bar aller bildungsbürgerlichen Dünkel, die ihn als geradezu ideales Skandiergepäck für Demonstrationen aller Art erscheinen lassen. Und was auch nicht zu verachten ist: der Zweizeiler bündelt Sinn und Unsinn des Lebens noch um 33,3333333333 Prozent konzentrierter als jedes fernöstliche Haiku. Da kann sich der Japaner noch so giften ... aus dem Vorwort von Fritz Ostermayer |